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Betten fuer Waisenkinder

Project date: September 2007

Thiruvanathapuram… den Namen dieser Stadt kann kaum einer richtig aussprechen. Ausser vielleicht die 800.000 Einheimischen der an der Südspitze Indiens gelegenen heimlichen Hauptstadt des Staates Kerala.

Hier habe ich Alice Thomas kennengelernt. Sie ist Mutter von 29 Kindern. Um genau zu sein … sie ist die Gründerin und “Mutter” eines Waisenhauses hier in Trivandrum, wie die Stadt auch in verdaulichem Englisch heißt.

Als ich bei meinem ersten Besuch das eiserne Tor zum Hof des “Divine Home of Children (DHC)” öffnete strömten mir gleich die Kids neugierig entgegen. Im Hintergrund stand Alice lächelnd auf der breiten Eingangstreppe und sah zu, wie ich mich durch die Traube von bildhübschen Jungs und Mädchen im Alter von 3 bis 17 Jahren arbeitete.

Sie bietet mir einen Chai (schwarzen Tee mit Milch und viel Zucker) an und beginnt, mir ihre Geschichte zu erzählen. Vor acht Jahren verunglückte ihr Mann tödlich und sie stand allein mit ihren Kindern Sunesh und Neethi vor dem Nichts. Um Geld zu verdienen ging sie ins Gefängnis, um die einsässigen Frauen in Handarbeit zu unterrichten. Gleich in der ersten Woche kam eine verzweifelte Gefangene auf Sie zu und bat sie, sich ihres Sohnes Anup (2) anzunehmen, da sie nicht wollte, dass er im Gefängnis aufwächst. Alice zögerte nicht … und das war der Beginn des DHCs.

Ich laufe mit ihr durch das Gebäude. Alles sieht recht aufgeräumt und sauber aus. Doch irgendetwas fehlt. Nirgends kann ich einen Schlafsaal oder Ähnliches entdecken. “Wo wird denn hier geschlafen?” fragte ich erstaunt. “Die Kinder schlafen auf dem Steinboden.” erwiedert Alice, “Sie haben Strandmatten und ein Laken. Ich weiss, das ist nicht gut. Oft haben sie Kopfschmerzen oder erkälten sich, aber für Betten haben wir nicht den Platz hier und schon gar nicht das Geld. Selbst beim Essen sind wir auf Spenden angewiesen. Bisher bin ich täglich 3 Stunden unterwegs,um das übrig gebliebene Essen bei verschiedenen Restaurants einzusammeln. Das klappt ganz gut.”

Was die Bettensituation angeht, schlug ich vor, das wir von unserem Geld einige gute Matratzen und Kissen kaufen, um den Steinboden damit nachts zu einem großen und vor allem gesünderen Nachtlager zu machen. Alice war natürlich sofort einverstanden damit.

Verschiedene Matratzen - Läden wurden angefahren und Preise verglichen und verhandelt. “Bed Emporio” hat das Rennen gemacht. Am Samstag haben wir 20 Matratzen, Kissen, Bezüge und Laken auf das Dach zweier Rickshaws geladen und sind ins Heim gefahren. Alice hat sich sehr gefreut, die Kids waren erst neugierig und hatten dann auch großen Spass mit dem neuen “Nest”. Ich bin sicher, die Spendengelder sind sehr gut investiert.

An diesem Samstag morgen, passierte noch etwas anderes. In der Nacht um 4 Uhr stand ein verzweifelter, älterer, indischer Mann am Tor des Heimes. Im Arm hielt er ein Kind, sechs Stunden alt. Es ist das uneheliche Kind seiner Tochter. Eine Schande für die Familie. Keiner darf wissen, dass es dieses Kind gibt. Er hat mehrfach das Taxi gewechselt, um die Spuren zu dem Heim zu verwischen. Er bat Alice, das Kind ins Heim aufzunehmen. Und Alice wusste, was es hiesse, es nicht aufzunehmen. Die Familie würde es aller Wahrscheinlichkeit aussetzen und damit umbringen.

Den Nachmittag haben wir damit verbracht einen Namen für das kleine, noch faltige Mädchen mit den riesigen braunen Augen zu finden… Die Kleine “Lauren” ist seid dem Tag das 30. und sicher jüngste Kind im Divine Home of Children.

Nachtrag: Alice ist dabei, ein größeres Haus für die Kinder zu bauen. Insgesamt sollen 60 Kinder darin Platz haben. Ein Großspender hat schon einen Teil der Kosten übernommen, doch immer noch wird viel Geld bis zur Fertigstellung benötigt. Ich war mit Alice bei der Baustelle und habe die Baupläne gesehen. Ein beeindruckendes, ehrliches und glaubwürdiges Vorhaben, in das es sich lohnt zu investieren.

Mehr Informationen zu dem Waisenhaus gibt es unter: www.divinechildrens.com


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