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Einfach so!

Project date: September 2008

Alejandra Hernandez aus Guatemala war 23 Jahre alt und studierte Architektur. Es sind Semesterferien als sie sich mit Kindern mittelloser Eltern hinsetzt und ihnen nachmittags ein wenig Lesen und Schreiben beibringt. Weil sie Spass daran hatte. Einfach so.

Schon waehrend dieser wenigen Wochen, werden es immer mehr Kinder, die ihr zuhoeren und etwas lernen wollen. Eine Chance auf die regulaere Schule haben sie nicht, doch sie spueren schon, wie wichtig es ist, spaeter etwas zu koennen. Ausserdem macht das Lernen mit Alejandra Spass... und ihr ... ihr macht es auch Spass.

Ihre Semesterferien sind zu ende und damit auch die „Kinderschule“. Sie sagt es den Kindern, verabschiedet sich ... Doch am naechsten Tag stehen sie alle wieder puenktlich vor ihrer Tuer ... mit grossen Augen und voll von Erwartungen an „Ihre Lehrerin“. Sie wollen nicht aufhoeren, es gibt doch noch so viel mehr zu lernen ...

Alejandra konnte nicht anders ... Sie bricht ihr Studium ab. Mit Unterstuetzung ihrer Eltern beginnt sie in Ciudad Vieja, der Nachbarstadt von Antigua, eine kleine Schule fuer diese Kinder aufzubauen. Alejandra gibt ihren eigenen Weg in eine sichere Zukunft als Architektin auf... fuer die Kids. Ohne langes Ueberlegen, EINFACH SO.

Sind es nicht Menschen wie Alejandra, die die Welt braucht?

Das war vor vier Jahren. Alejandra ist heute 27, mittlerweile sind es 70 ! Kinder, die zu ihr kommen. Morgens und Mittags ist Unterricht. Festangestellte Lehrerinnen kann sie sich nicht leisten. Sie unterrichtet selber und engagiert Voluntaere aus allen Laendern. Zwei mal am Tag bekommen die Kids etwas zu essen.Ein richtig kleines Unternehmen ist aus ihrer Schule geworden. Ein Unternehmen, dem es nicht an Engagement und schon gar nicht an Herz, doch sehr an Geld mangelt. Miete fuer die Gebaeude, Geld fuer das Essen ... sind die groessten Kostenbloecke und oft die groessten Fragezeichen zu Beginn des Monats... Wie nur finanzieren?

Alejandra habe ich in Guatemala kennengelernt. Eine huebsche, herzliche, sehr sehr engagierte Frau. Ich frage sie „Woher nimmst Du die Motivation jeden Tag fuer die Gelder zu kaempfen und gleichzeitig fuer die Kids dazu sein?“ ... Sie schaut mich an, oeffnet den Mund will antworten ... doch alles was kommt ... sind einfach nur Traenen. Sie senkt den Kopf, es ist ihr peinlich, die Traenen fallen zu Boden und irgendwie kann ich auch nicht anders, als sie kurz in den Arm zu nehmen ...Sie ist ein wenig am Ende mit ihrer Kraft .... und kann sich vielleicht im Moment die Frage selber nicht beantworten.

Sie faengt sich schnell wieder ... und ich bekomme eine Idee, wieviel Herzblut aber auch wieviel Sorgen und Noete in diesem Projekt stecken.

Spaetestens jetzt ist mir klar ... ja, ich will hier etwas machen. „Gibt es etwas, das du Dir besonders wuenschst? Etwas fuer die Kids, fuer die Schule?“ frage ich sie. „Ja“, sagt sie nach kurzem zoegern, „es gibt etwas. Die Kleinen spielen unten im Hof im Dreck. Wir haben kein richtiges Spielgeraet, nur ein paar alte Reifen wurden neulich herangeschafft. Ich wuensche mir, das aus dem schmutzigen Platz dort so etwas wie ein kleiner „Schulhof“ wird.“

„Ja“, bestaetigt Eileen aus Deutschland, die Alejandra bestens bei allem unterstuetzt und mir alles uebersetzt ... „Ja, das ist wirklich seit langem schon ihr Herzenswunsch, das weiss ich.“

Am naechsten Tag regnet es Hunde und Katzen. Doch wir haben einen Termin beim Schreiner fuer eine Kinderspielplatz. Alejandra, ihr Mann, Eileen und ich quetschen uns in ihren uralten Wagen und machen uns zu einer einstuendigen Fahrt zum Schreiner auf. Die Strassen sind voll mit Loechern es schaukelt und aechzt. Die Sintflut laesst etwas nach, Eileen kurbelt quitschend das Fenster herunter, um uns Luft zu machen. In dem Moment erwischt ein grosser LKW aus dem Gegenverkehr ein richtig tiefes Regenloch und eine Fontaene aus Dreckwasser schiesst durch das offene Fenster ... mitten hinein in Eileens Gesicht. Sie schaut mich an, ist obenherum kletschnass, hellbraunes Schlammwasser laeuft ihre Brille herunter , die Haare tropfen ... und sie grinst mich an ... bis ueber beide Wangen. Ich mag sie einfach, diese Eileen.

Der Schreiner kennt die Schule gut. Hat schon fuer sie gearbeitet und weiss wovon er spricht, als er uns einen Kostenvoranschlag unterbreitet. Es soll eine richtige grosse Kletterburg werden mit kleinen Huetten, Laufstegen, Rutschen, Kletternetzen, Leitern, Treppen, Rutschstangen und, und, und ...

Ueber die Gestaltung, das Material, die Zeit fuer den Aufbau und schliesslich auch ueber den Preis sind wir uns schnell einig. Ich habe ein gutes Gefuehl dabei und leiste eine Anzahlung fuer den Kauf des Materials.

Ein paar Wochen spaeter gab es in Ciudad Viaje ein grosses Fest zur Einweihung des Spielplatzes mit allen 70 Kindern.

Leider, leider konnte ich darauf nicht warten. Schon am naechsten Tag ist Abfahrt. Abfahrt nach El Salvador, dort, wo das „Gefaehrliche Zuckerrohr (s. Bericht) auf mich waretet.

Eileen und Alejandra haben mir reichlich Bilder von der Veranstaltung geschickt. Eileen hat dieses Event gleich zum Aufhaenger genommen, um in einem grossen Bericht ueber diesen Tag all ihren Freunde davon zu berichten und um „Nachahmung“ gebeten.

Ich bin so froh dieses Projekt gefunden zu haben und bin sicher, das das Geld hier gut und vor allem dauerhaft angelegt ist. Ich wuensche Alejandra, dass sie ihren Traum noch lange, lange weiterleben kann ... doch vielleicht mit etwas weniger Sorgen um die Finanzierung ...

Wenn ihr Alejandra helfen moechtet: Weiter Informationen dazu gibt es auf der Website der Schule (die ein Webdesigner vor einiger Zeit „gespendet“ hat) .... unter http://www.educarteguate.org/ oder bei mir auch gern telefonisch. Schreibt mir eine Mail und ich rufe zurueck.

Zu den Bildern:

1: Alejandra 2–4: Kinder der Schule 5,6: „Schulhof“ vorher 7: Kostenvoranschlag 8: Verhandlung mit dem Schreiner 9: Voranzahlung 10–12: Einweihungsparty des neuen Schulhofs


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