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EmotionalsTraumland Nepal

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Hinweise von zig Reisenden, die uns bisher begegnet sind, und das Intensivstudium saemtlicher asiatischer Klimatabellen haben uns vor Kurzem zu einer kleinen Planaenderung verleitet. In Tibet ist das Klima derzeit optimal und in Pakistan und dem Iran regnet es taeglich Hunde und Katzen. Also haben wir uns entschieden, Tibet zuerst naeher zu betrachten. Tibet ist China und China heisst, dass wir dort kaum mit dem Motorrad hereinkommen.

Nun gut, es waere schon moeglich … den chinesischen Fuehrerschein muessten wir noch bestehen, ein chinesisches Kennzeichen waere erforderlich, dann einen chinesischen Guide, der einen Fahrer benoetigt, die wiederum ein Auto benoetigen, das auch versichert werden muss, genauso wie Fahrer und Guide. Ausserdem wollen die beiden auch warm untergebracht und gut verkoestigt werden … macht zusammen fast 4000 EUR fuer knapp drei Wochen. Kommt nicht in Frage!

Deshalb sind wir jetzt erst einmal nach Kathmandu in Nepal billiggeflogen, um von dort aus nach Tibet einzureisen. Nepal ist mir jetzt am dritten Tag noch nicht sehr vertraut. Dafuer bin ich noch nicht lange genug eingetaucht in dieses Land, doch soviel steht bereits fest: Nepal ueberfordert, Nepal nimmt einem dem Atem, Nepal ist zurecht der “Paradiesvogel Asiens”, das Land der Goetter und der Yetis, der Wohnsitz des Schnees im hohen Haus des Himalayas. Es ist Heimat der heiligsten Berge, geschmueckt von unzaehligen Gebetsfahnen, die flatterhaft und nimmermuede die Wuensche und Danksagungen der Hindus und Buddhisten den Goettern entgegenwehen.

Wer das erste mal das 1.300 Hoehenmeter zaehlende Kathmandu besucht wird erschlagen sein von seiner Andersartigkeit. Die Strassen im touristischen Stadtteil Thamel aehneln denen der Ameisen. Es wimmelt. Es scheint chaotisch. Jeder bringt hupend und rufend ein ameisenhaftes Beschaeftigtsein zum Ausdruck und sucht sich hektisch seinen Weg. Autos, Lastkraftwagen, Ritschkas, Schubkarren, Fahrraeder und Fussgaenger teilen sich die oftmals schmalen Gassen zwischen ueberladenen Geschaeften und wenig einladenden Hoteleingaengen. Selten nur gibt es Asphalt. Raeder und Schuhe arbeiten sich durch Pfuetzen und Schlamm zu ihrem Ziel. Auf Buergersteige die Sicherheit und Schutz vor dem Strassendreck versprechen koennten, hofft man vergeblich.

“Raus, raus aus dem Gewuehl” sind unsere ersten Gedanken und die vieler Neuankoemmlinge, die noch keine Chance hatten, sich an das Treiben in den Gassen zu gewoehnen. Der auf dem Berg gelegene Turm des Swayambunath-Stupas im Westen der Stadt bietet Zuflucht. Von dort aus blicken die allsehenden Augen Buddhas in alle Himmelsrichtungen. Und ebengleich tun es die vielen Touristen, die der Stadttrubel den heiligen Berg heraufgespuelt hat.

Auch wir lassen es uns nicht nehmen, dem Treiben auf diese Weise zu entkommen. Jetzt erst, nachdem ich die 231 ungleich grossen und daher kraeftezehrenden Stufen des 1.407 m hohen Bergs hinter mir gelassen habe, bekomme ich eine leise Ahnung in welch einer atemberaubenden Bergwelt diese Stadt gelegen ist. Ferne Schneegipfel reihen sich gewaltig aneinander, massive Bergwaende heben sich am Stadtrand empor, Tannen und Zedern ergeben sich schnell der nahen Baumgrenze von 4.400 Metern und ueberlassen Zitronengrass und Straeuchern das hohe Feld.

Der schnelle Wechsel zwischen der stickigen Enge in den Gassen Kathmandus und der befreienden Weite des Himalayagebirges laesst uns am Ende ihres ersten Tages erschoepft und erschlagen in eines der vielen Betten der Guesthouses fallen.

Wir werden in 3 Tagen aufbrechen zu weiteren Atem raubenden Bildern. Da bin ich sicher. Lhasa heisst das Ziel und wird in fuenf Tagen Off Road ueber Land erreicht. Es ist Ausgangspunkt fuer eine weitere Tour rund um den Heiligsten Berg. Dem Berg Kailash im Westen Tibets…

Ich werden berichten…


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