Ich stand in der Kueche und machte mir eine heisse Schokolade, als ich Annies Stimme hinter mir hoerte... „Opi?“
„Ja, Annie, mein Schatz?“ sagte ich, drehte mich um und sah meine Annie in ihrem gelbgruenen dirndlartig geschnittenem Kleidchen vor mir stehen. Ihre blauen Augen blitzten mich an.
„Du Opi, die Mama hat gesagt, das du nicht mehr zur Chemo musst. Du bist jetzt wieder gesund, richtig? Das ist doch toll!“ strahlte sie.
„Oh, das wird nicht einfach, es ihr zu erklaeren“, dachte ich und schlurfte langsam in das Wohnzimmer waehrend ich noch ueberlegte, wie ich ihr antworten soll.
„Komm Annie, komm und setzt dich mal her zu mir auf den Sessel.“ Annie huepft auf den alten Ohrensessel und setzt sich auf die breite Armlehne ... „Mach auch mal Platz fuer den Opi ... ja, so ist gut, vielen Dank“
„Was ist denn Opi? Bist du doch nicht gesund?“ fragte sie besorgt.
Jetzt wusste ich, wie ich meiner bezaubernden Enkelin dies erklaeren koennte und ich begann. „Hoer mal zu, Annie ... im Sommer, da waren wir zwei doch zelten, fuer eine Nacht im Wald hinter unserem Haus, weisst du noch?“
„Ja, warum fragst Du?“
„Und erinnerst Du Dich noch, wieviel Spass wir hatten und wie gerne wir in dem Zelt waren, wie gemuetlich es war? Richtig bequem haben wir es uns dort gemacht.“
„Ja, weiss ich doch, Opi, aber ... was hat das mit Dir zu tun?“
„Weisst du Annie, wenn wir hier auf Erden sind, dann ist das ein wenig so, als wenn wir in einem Zelt leben wuerden. Die Erwachsenen, die bauen sich auch so etwas wie ein Zelt, nur in Gross und sie schaffen sich, genau wie wir es getan haben, ihre eigene Ordnung darin. So wie sie sich bequem und komfortabel darin fuehlen. Genauso wie du dein Puppenhaeuschen darin in einer Ecke hattest und deine MatchBox Autos in der anderen, so hat zum Beispiel auch dein Vater sein Haeuschen, also das, in dem wir jetzt leben, und sein Auto vor der Tuer. Verstehst Du?“
„Ja, er macht es sich auch gemuetlich in seinem Leben, in seinem grossen Zelt also ...“ sagte Annie. Ich lachte zustimmend und freute mich, wie unglaublich klug und weit sie schon war in ihrem Alter.
„Ja, genau. Und weil es so gemuetlich ist bleiben die meisten Menschen auch ein Leben lang in ihrem Zelt. In ihrer eigenen Welt, so wie sie sie sich eingerichtet haben. Eine Welt in der sie ihre Freunde haben, ihren Arbeitsplatz, ihre Vereine, ihre Hobbies, das was sie besitzen ... und natuerlich auch ihre Familie. Das meiste, was darin ist, haben die Menschen selber in ihr Zelt gebracht. Alles ist drin in dem Zelt und alles fuehlt sich gut und sicher an, denn es ist ueberschaubar und nichts Fremdes ist darin. Und zu gross ist es auch nicht. Bis zu den Zeltwaenden kann man alles uebersehen und in Ordnung halten und die Menschen glauben, dass diese Zeltwaende ihnen auch eine gewisse Sicherheit geben. Sie schuetzen sie vor Regen und Wind und sie schuetzen die Menschen auch vor den Dingen, die sie gar nicht sehen moechten, Dingen ausserhalb des Zeltes, die ihnen ein unangenehmes Gefuehl bereiten.“
„Wie meinst du das? Unangenehmes Gefuehl?“ fragt Annie
„Hmm ... also weisst du noch als wir damals im Zelt mitten in der Nacht aufgewacht sind, weil wir im Wald ein Geraeusch gehoert hatten?“
„Ja, weiss ich noch genau.“
„Und dann hab ich doch vorsichtig den Reissverschluss von der Zeltplane aufgemacht und wir haben in den dunklen Wald geschaut, nicht wahr?“
„Ja, das war ganz schoen gruselig, Opi“
„Und weisst du noch wie gut es sich angefuehlt hat, als wir wieder in dem geschlossenen Zelt waren und wir uns aneinander gekuschelt hatten?“
„Ja, das war wieder schoen!“
„Genau und als wir aus unserem Zelt herausgeschaut hatten, da hatten wir dieses „unangenehme Gefuehl“. Und das meine ich. Wenn die Menschen ihre eigene ueberschaubare Welt, ihr Zelt also verlassen oder nur herausschauen, dann fuehlen sie sich oft auch unwohl, weil sie nicht wissen, was da draussen auf sie wartet, weil sie es nicht kennen und es sie deswegen aengstigt. Und darum bleiben sie oft auch in ihrem Zelt. Bleiben bei den Dingen, die ihnen bekannt sind, die ihnen keine Angst machen. Ja, sie stopfen sogar die Loecher in ihrem Zelt, damit sie nichts stoert, was von aussen kommen koennte.“
„Aber Opi ... das ist doch gut, wenn die Menschen sich wohl fuehlen in ihrem Zelt, oder nicht?“ fragt Anni etwas verstaendnislos.
„Ja, da hast Du im Prinzip schon recht. Doch da gibt es noch etwas im Leben, Annie. Weisst Du, ich glaube, die Menschen vergeben sie sich damit eine Chance, wenn sie nur im Zelt bleiben. Die Menschen vergeben sich selbst damit die Chance, das zu entdecken, was sich noch viel besser anfuehlt, als das was sie in ihrem Zelt haben. Das was sich nicht nur gemuetlich, sondern grossartig, richtig und „wie fuer sie gemacht“ anfuehlt, das was vielleicht fuer sie bestimmt ist. Ich glaube, um wirklich gluecklich zu sein, muss du entdecken, was fuer dich bestimmt ist. Jedes Leben hat eine Bestimmung, einen Zweck, einen Sinn.
Sag mal, Annie, ist es nicht ein komisches Gefuehl, wenn die Mama dir irgendetwas sagt, was du tun sollst und du weisst gar nicht warum, was fuer ein Sinn das hat, du es einfach nur so machen sollst?“
„Ja, das ist total doof, wenn sie mir sagt wozu ich das machen soll, dann geht alles gleich viel besser“, bestaetigt Annie.
„Siehst Du, und wenn du dieses Gefuehl einmal auf das ganze Leben uebertraegst, wenn Du gar nicht weisst, warum du lebst, warum dich der liebe Gott hier auf Erden geschickt hat und du nicht erkennst, was er von dir hier will, dann ist das auch fuer viele Menschen „total doof“.
Ich schaute Annie in ihr huebsches Kindergesicht und ein kleiner, von Sehnsucht getriebener Schmerz durchzog mich, als ich bestimmt schon zum tausendsten Male ihren kleinen Leberfleck auf ihrer Oberlippe sah, genauso wie meine Klara ihn damals hatte, nicht groesser als ein Stecknadelkopf.
„Aber ... aber woher weiss ich denn, was ich hier auf der Erde machen soll?“ fragt Annie berechtigt und holte mich aus meinen Gedanken an meine verstorbene Frau zurueck.
Ja, das ist wirklich eine sehr gute Frage, denn das kann Dir kein anderer sagen, Annie. Das kannst nur du selbst fuer Dich beantworten ... du musst danach suchen und wenn du auf die Antwort stoesst ... ja, dann erkennst du sie sofort. Die Antwort ist klar und eindeutig. Wenn du sie gefunden hast, dann fuehlst du es. Dann weisst Du es einfach, ganz sicher weisst Du es, weil es Deine Bestimmung ist. Wie sonst sollte man eine Bestimmung erkennen? Nur ... Du musst sie suchen. Jeder hat eine Bestimmung, jeder. Jedes Leben hat einen Sinn. Da bin ich ganz sicher. Und natuerlich auch Dein Leben, Annie“ sagte ich und strich ihr liebevoll die blonde Haarstaehne aus ihrem huebschen Gesicht.
„Weisst Du, zu wissen, wofuer du lebst, weshalb Gott dich hier auf diese Erde geschickt hat, das ist ein ganz wunderbares Gefuehl und ich wuensche Dir von Herzen, dass du in deinem Leben einmal deine Antwort finden wirst.
Die Sache ist aber ... nur ganz selten finden die Menschen den Sinn in ihrem kleinen und ueberschaubaren Zelt. Und weil die meisten Menschen nicht aus ihrem Zelt herausgehen, suchen sie ihr Leben lang vergeblich nach diesem Sinn. Auch wenn es noch so gemuetlich um sie herum ist, sind sie oft nicht so ganz zufrieden und sie suchen und suchen und kramen in ihrem kleinen Zelt herum, denn sie sehnen sich nach dieser Antwort. Manchmal schaffen sie es und machen ein kleines Loch in die Zeltwand, schlinzen hindurch und bekommen eine Ahnung wo die Antwort sein koennte. Doch dann kommt der Alltag oder es kommen die Bedenken und die schubsen die Menschen wieder weg von dem Loch, wieder hinein ins friedliche Zelt.
Verstehst du das ein wenig, was der Opi sagt , Annie?“
„Hmm ... ja,“ ich glaub das versteh ich, Opi. Du meinst ich soll irgendwann auch mal aus meinem Zelt herausgehen, auch wenn es noch so unheimlich ist da draussen.“
„Hey, du bist ein sehr, sehr kluges Maedchen!“
„Ja und Du Opi? Bist du mal aus Deinem Zelt herausgegangen und hast was gefunden?“
„Ja, Annie, das bin ich. Es ist schon lange her ... Ich hatte einen sehr guten Beruf, hatte viel Geld verdient, damals als ich noch jung war. Ich habe Unternehmen beraten und dafuer gesorgt das die Menschen darin noch mehr Geld verdienen. Aber ich war in dem Beruf nicht besonders gluecklich, denn ich habe mich oft gefragt, was es fuer einen Sinn macht, reiche Menschen noch reicher zu machen, obwohl es doch soviel Armut auf dieser Welt gibt. Ich hatte eine tolle Wohnung, ein wunderschoenes Auto, war in einem Sportstudio und in Vereinen und die Leute mochten mich ... also ich hatte mir mein Zelt so richtig, richtig schoen eingerichtet. Alles war darin ... nur eines fehlte ... und ich habe es in jeder Ecke meines Zeltes gesucht, in meinen Beziehungen zu Freunden und Frauen, in der Arbeit, in den Vereinen ... ueber all habe ich es gesucht, doch ich konnte es nicht finden ... „
„Was denn, Opi?“
„Den Sinn. Den Sinn warum ich das alles mache, den habe ich nicht gefunden. Es konnte doch nicht der Sinn eines ganzen Lebens sein, Geld zu verdienen und anderen Leuten dabei zu helfen noch mehr Geld zu machen. Auch darin einfach nur mit den Leuten aus dem Tennisverein Spass zu haben, mal ein neues Auto zu kaufen oder mit meiner Freundin auszugehen ... auch darin habe ich nicht wirklich einen Sinn gefunden. Ja, es hat Spass gemacht, sicher ... aber ich habe mir gedacht: Das kann doch nicht alles gewesen sein. Geld und Spass. Es muss doch einen wirklichen, echten Grund geben, warum ich hier bin. Und weisst du was dann passierte?“
„Nee, was denn, sag schon...“
„Auf einmal, Annie, auf einmal ... da wurde es mir zu eng in meinem gemuetlichen Zelt. Irgendwie musste ich raus. Irgendwie war mir all die Gemuetlichkeit und der Komfort in meinem Zelt egal. Ich kannte mich selber kaum wieder. Ich musste die Zelttuere aufreissen und hinausgehen, um draussen herauszufinden, warum ich hier bin.
Und das... ja, das war damals, als ich meine Weltreise mit dem Motorrad gemacht habe. Zweieinhalb Jahre lang habe ich mir angeschaut, was da draussen ist. Ja, es brauch ein wenig Mut, das schoene Zelt zu verlassen, hinauszugehen in die Welt ohne zu wissen, was sie mit dir machen wird. Genauso wie wir beide damals in der Nacht aus dem Zelt heraus in den Wald geschaut hatten, weisst du? Nur ich bin nicht mehr zurueckgegangen und hab den Reissverschluss wieder von innen zugezogen, sondern ich bin raus in den Wald und habe mir alles angeschaut und sehr Vieles und Wertvolles entdeckt. Gesammelt habe ich all das in meinem Kopf und vor allem in meinem Herzen, um damit spaeter einmal ein neues Zelt einzurichten ... ein Zelt das dann ganz anders aussehen sollte als das bisherige.
... Ach, Annie, du bist noch so jung, ... kannst Du es dennoch ein wenig verstehen, was ich Dir sage?“
„Ja, Opi, ich glaube ich habe eine Ahnung davon, was du sagst. Aber vielleicht muss ich noch ein bischen aelter werden, um genau zu verstehen, was du meinst. Aber ich merke es mir ... fuer spaeter ... Was war denn nun drin in deinem neuen Zelt?“
„Eine gute Frage, mein Schatz, eine wirklich gute Frage“ ich laechelte sie an und mit diesem Laecheln durchstroemte mich wieder diese unendlich grosse Liebe, die ich fuer dieses Kind empfand.
„Komm mal runter von der Lehne, setz Dich mal her zu mir auf den Schoss, ich wills dir erklaeren.“ Annie rutschte herueber auf meine Beine und ich legte meine Arme um ihre Seite.
„Nun?“, fragte Annie und schaute mir neugierig in die Augen.
„In dem neuen Zelt war alles drin, was ich brauchte, alles drin, was ich gesucht hatte. Auf dieser Reise habe ich wohl die beiden wichtigsten Dinge gefunden, die man fuer ein erfuelltes Leben braucht. Zum einen habe ich deine Omi, meine Klara, meine grosse, grosse Liebe, dort draussen gefunden. Du weisst ja, ich habe Dir oben auf dem Speicher davon erzaehlt...“
„Ja, Opi, das hast Du, es war eine wunderschoene Geschichte...“
„Ja ... und zum zweiten habe ich herausgefunden, dass es meine Bestimmung ist, anderen Menschen zu helfen. Denen, die noch in ihrem schoenen Zelt sitzen und sich auch die Frage nach dem Sinn in ihrem Leben stellen. Ich weiss, es ist meine Bestimmung, ihnen dabei zu helfen, diesem Sinn auf die Spur zu kommen, sie dazu zu ermutigen auch einmal auszubrechen. Ich soll sie auf einen Weg schicken, auf dem sie vielleicht auch ihre Bestimmung finden. Ja, und deswegen bin ich so etwas wie ein „Lebensberater“ geworden und habe vielen Menschen eine neue Sichtweise auf ihr Leben gegeben. Das ist unglaublich schoen. Fuer mich und fuer die Menschen, die bei mir waren.“
„Ja, Opi, das glaube ich Dir ... aber ... warum erzaehlst du mir das alles? Du wolltest mir doch sagen, warum Du nicht mehr zur Chemo gehen musst?“
Ja, das war die urspruengliche Frage... , denke ich bei mir und hole noch einmal tief Luft, bevor ich antwortete.
„Ich will es Dir auch mit dem Zelt versuchen zu erklaeren. Also ... in meinem Zelt war alles drin, was ich fuer ein erfuelltes Leben gebraucht hatte. Alles. Mit Klara, meinen Kindern, mit Dir, Annie, und meiner neuen Berufung war mein Leben rund. Nichts fehlte und ich lebte dreissig glueckliche Jahre. Mein Leben, es ist komplett, es ist vollstaendig. Es gibt nichts mehr, was ich noch erwarte vom Leben und ich habe das Gefuehl, dass ich meinen Auftrag hier unten erledigt habe. ... Doch eines gibt es, das vermisse ich hier so sehr.“
„Du vermisst die Omi, nicht wahr?“ sagt Annie traurig
„Ja, mein Schatz, das tue ich. Sehr sogar.“ sagte ich und strich ihr eine blonde Straehne aus ihrem jungen Gesicht, das mich doch so sehr an Klara erinnert.
„Und weisst Du? Mein Leben ist gelebt und meine Klara ist nicht mehr in meinem Zelt. Sie ist da draussen irgendwo. Und ich wuerde sie sogern einmal besuchen. Und der Krebs ... so schrecklich er auch fuer viele ist ... er gibt mir die Moeglichkeit dazu. Seit Monaten schon zuppelt der Tod von draussen an dem Reissverschluss meines Zeltes und nur mit den dieser Chemotherapie halte ich dagegen, will ihn nicht hereinkommen lassen.
Annie, ich glaube, ich habe alles was in meinem Zelt zu tun war getan und das Wertvollste, was ich hatte, hat der Tod vor einem Jahr schon mit nach draussen genommen. Meine Klara. Ich moechte nicht mehr warten, Annie, ich moechte nicht mehr. Es ist alles getan und es schmerzt nur noch. Die Chemo schmerzt, die Sehnsucht schmerzt, zu leben schmerzt.
„Annie ...“ sagte ich und nahm ihren Kopf in meine beiden Haende und drueckte ihn an mein Herz ... „Annie, fuer mich ist es ist wieder an der Zeit auszubrechen, heraus aus meinem Zelt ... so wie damals ... und ich bin sicher, ich finde wieder etwas ganz, ganz Wunderbares da draussen... und deswegen ... deswegen gehe ich nicht mehr hin, ins Krankenhaus.
Sag, mute ich Dir zuviel zu, wenn ich dich frage, ob du das verstehen kannst?“
„Opi, ich will nicht das du gehst ... du musst mir doch noch soviel erzaehlen, so wie heute.“
„Ja, natuerlich, ich will Dir auch noch ganz viel erzaehlen, ich bin ja auch noch da. Aber versprich mir heute schon eines, ja?“
„Ja, das mache ich ... was denn?“ sagte Annie traurig.
Wenn du einmal erwachsen bist, Annie, und du dich fragst, warum du hier bist, was dein Auftrag in der Welt ist und du dir selber keine klare Antwort darauf geben kannst ... dann hab ein wenig Mut, mache die Zelttuere nicht wieder zu, wie wir damals, sondern geh raus und mache Dich auf die Suche. Mache Dich auf, verliere dich ein wenig in der Welt, lass los, was du festgehalten hast und spuere die Moeglichkeiten, etwas zu finden, von dem Du noch nicht weisst, was es ist. Und vielleicht, liebe Annie, vielleicht wird dieses einmal dein Leben veraendern.
Und eines verspreche ich Dir... auf dieser Suche wird Dich Gott an die Hand nehmen und dich nie niemals allein lassen, da bin ich sicher. Und deswegen brauchst Du auch keine Angst davor zu haben. Diese Suche ... sie lohnt sich. Sie lohnt sich wirklich, vertrau ihm!“
„Opi?“
„Ja, Annie...?“
„Weisst Du eigentlich, wie lieb ich Dich habe“?
„Ja, Annie“, laechelte ich sie an und drueckte sie noch fester an mich „ ... ich glaube ich weiss das, weil ich Dich mindestens genauso lieb habe. Und weisst Du was das tolle an der Liebe ist? Sie ist das einzige was ich mit aus meinem Zelt mit herausnehmen darf, wenn ich einmal gehe. Weil sie das einzige ist, was wirklich zaehlt. Und wenn ich auch nicht mehr hier bei dir bin ... dann kannst du ganz sicher sein... dann werde ich Dich noch immer genauso unendlich lieb haben, wie jetzt auch. Ist dass nicht etwas Wunderbares?“
„Ja Opi, das ist es...“ sagt Annie und kuschelt sich nochmal fest in meine Arme ... solange bis sie einschlief. Ein glueckliches Laecheln sehe ich auf ihrem Gesicht ... auf ihrem huebschen Gesicht mit dem kleinen hellbraunen Leberfleck auf der Oberlippe ... nicht groesser als ein Stecknadelkopf.
